Lionel Richie Tag 58

 Just Go

Lionel-Richie-Pressefoto-01-2012

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Ein bestes Album vom fleissigsten Songschreiber Amerikas heraus zu suchen ist echt nicht einfach. Nicht nur, daß Lionel Richie hunderte von Songs und fast genau so viele Hits geschrieben hat, nein, er erfindet sich dazu immer wieder neu. Wie auf diesem Album, daß er (2009) in London aufgenommen und produziert hat. Was wirklich zu hören ist.

Grammy Awards, Top Ten Hits und der Mann wird nicht müde zu singen, hundert tausende live zu begeistern und wie sich immer wieder neu zu erfinden. Ob das Tusgegee Album eine so gute Idee war, sei dahin gestellt. Aber auf „Just Go“ ist der Meister gefühlvoller Melodien, tanztreibender beats und gefühlvoller Balladen ganz in seinem Element. Ich frage mich da, wie kann er ein Konzert beschreiten bei dieser Fülle an großartiger Songs. Denn Live ist Lionel Richie mehr als ein Erlebnis.

Just Go als Video
Zwar nicht auf „Just Go“, aber mehr als ein Klassiker und in seiner Neu-Interpretation auf Tuskegee gelungen

KD Lang – Tag 57

Ingénue

kd-lang

K.D. Lang

Entspannt und so schön dahin fließend, nicht allein das erste Stück „save me“, daß dann Ingénue (ihren zweiten Album aus dem Jahr 1992) zu einem Hinhörer macht. K.D. Lang versteht es den Songs ganz eigenen Glanz zu verleihen. Oft ist da die amerikanische Weite zu vernehmen, was nicht allein der Slide-Guitar geschuldet ist. Irgendwie ist ihre Stimme dort verwurzelt, mehr als viele anderen Stimmen vom großen weiten Kontinent.

Und so vereint sie etwas Country mit Südstaaten-Klang und durchwebt das ganze mit Folk und verleiht den Liedern noch New York Flair – sehr spannend….

Leider ist aus diesem Album kein Video hier verfügbar – so also eine aktuelle Session:

With a little help of my friends – Tag 56

With a little help of my friends

Heute mal kein ganzes Album, sondern „nur“ eine Erinnerung, aber was für eine. Wer erinnert sich nicht an den großartigen Auftritt von Joe Cocker 1969 auf Yagers Farm, als mehr als eine halbe Million Leute diesen wunderbaren Song mit ihm zelebrierten. Heute in einer Neuauflage, nicht von Joe, sondern von Lisa Hannigan & friends. Das ist mehr als großartig und deshalb hier unbedingt richtig.

Lisa Gerrard – Tag 55

The Silver Tree

Vielen dürfte ihre Stimme aus Filmen wie Gladiator, Black Hawk Down oder Whale Rider bekannt sein, anderen aus dem Bandprojekt „Dead Can Dance„, dem sie ihre Altstimme lieh und mit einer eigens kreierten Phantasiesprache Kultstatus erreicht hat. The Silver Tree dürfte aber unbestritten eines ihrer besten Alben sein.

Nun ja, es taugt nicht für jeden Anlaß, aber im Atelier ist Lisa Gerrard inzwischen unerläßlich geworden. Klanggebilde, getragen von Transparenz UND Dichte, gebildet aus einem kollektiven Erinnern an unsere tausendjährige Geschichte –  so bringt sie hier Lieder hervor, die von scheinbar irgendwo herkommen, um im Nirgendwo zu verschwinden um dann aber doch haften zu bleiben – so schön sind sie…

Und so sind einige der Farbfelder unter dem musikalischen Eindruck von Lisas außergewöhnlicher Musik entstanden, weite weite Flächen, Verdichtungen, durchwanderte Gefilde außerordentlicher Transparenz.

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Lyambiko – Tag 54

Love…and then?

Laymbiko klingt nach entspannten New York Jazz – ein komisches Vorurteil, denn Lyambiko wurde in Thürigen geboren. „Den Jazz-Göttinen ganz nah“ so schrieb die Süddeutsche Zeitung und die Brigitte sprach von einer „atemberaubenden“ Stimme„.   Aber ich gebe zu, das erste Album habe ich allein wegen dem Cover gekauft…OK, nicht ganz, denn natürlich lauschte ich vorab den Songs im Schnelldurchlauf und gleich war klar – dieser Stimme willst Du nochmal und nochmal und nochmal folgen, bis sich diese Samtigkeit ganz unter die geschmeichelt hat und dort verbleibt für ein Weilchen…

Lyambiko_Pressefoto_c_Uwe_Arens

Lyambiko_Pressefoto_c_Uwe_Arens

Rodriguez – Tag 53

Searching for sugarman

Die fast unglaubliche Geschichte vom Suchen & Finden von Rodriguez alias „sugarman“.  Selten solch eine berührende Musik – Dokumentation gesehen und der Soundtrack dazu ist wirklich eine Entdeckung. Wie dieser geniale Songschreiber und Sänger einfach so in der Versenkung verschwinden konnte, schildert die Oscar nominierte Doku (2013) auf eindrucksvolle Weise.

Wenn man den Film gesehen hat, tut man sich schon schwer dieses Album zu erwerben, denn auch hier tut sich die Frage auf, wer denn nun dafür etwas erhält? Aber ohne gehts dann auch nicht…

Entdeckt wurde der poetische Sänger in den frühen 70er Jahren und hätte damals ein echter Rockstar werden können. Die Kritiker liebten seine Platten, nur – sie verkauften sich nicht. Überhaupt nicht! Und so verschwand der Sänger aus der Autostadt Detroit aus dem öffentlichen Bewußtsein. Zu den Hochzeiten wurde viel und wild von Selbstmord in allerlei Fassungen spekuliert. Der Sänger war und blieb verschwunden. Durch eine glückliche Fügung gelang aber noch zu Zeiten der Apartheid „cold fact“ – sein erstes Album nach Südafrika und wurde dort zu einem riesigen Erfolg. Rodriguez war dort nach kurzer Zeit so berühmt wie Elvis! Doch kein Mensch wußte etwas mehr über den Künstler, bis sich dann zwei Fans auf den Weg machten – „searching for sugarman“…

Ravi Shankar – Philip Glass – Tag 52

Passages

shankar-glass

shankar-glass

Selten so eine gelungene Kollaboration musikalischerseits gehört wie auf Passges. Hier trifft wundervolle „Hindu-Musik“ von Ravi Shankar auf zeitgenössiche „Minimal-Music“ von Philip Glass. Weit fließende Passagen wechseln mit kaskadenartigen Klanggebilden, wobei immer wieder die gleichen Töne durch minimale Verschiebungen in der Spielfolge wunderbare Räume erschaffen. Ein Instrumental Album der Extraklasse…leider fast vergessen, aber im Zuge dieses 356-Tage Projekts wieder ausgegraben.

Wenn auf „Offering“ – dem Eingansstück das Saxofon durch eine Raga Melodie abgelöst wird, sich steigert und ein Tanz entsteht, dann spürt man die Lust an der Musik, die Freude im Klang und die Erkenntnis, wie unendlich verbindend und grenzübergreifend Musik wirkt. Wohl nicht umsonst kletterte das Album 1990 in den Worldmusic Charts bis auf Platz 3.

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Tori Amos – Tag 52

Little Earthquakes

tori amos

tori amos

Gerade mal 20 Jahre nach Cat Stevens steigt hier eine Sängerin mit ihrem ersten Album in den Olymp der Pop-Götter auf mit einer Leichtigkeit, die  einem unbekümmerten Geiste entstammen könnte. Dieses Vorurteil verfliegt aber nach dem ersten wirklichen Hinhören von „little earthquakes“, denn die Leichtigkeit der Songs weicht der Tiefe ihrer Texte. Silent all this years, cruzify oder china um nur ein paar Klangperlen zu nennen, die einmal gehört für immer unter der Haut bleiben.

Das Tori auch ein bischen crazy ist, wie in „winter“ leicht zu hören ist, schmällert die Kraft des Albums um kein bischen, denn Künstler dürfen das, oder? Musik, dicht und drängend, neu erfunden und doch bekannt, von einer Stimme vorgetragen und vom Bösendorfer Piano begleitet, die es bis dato so nicht gab. Und nach 1992 sollten viele viele weitere folgen…

Cat Stevens – Tag 51

Mona Bona Jakon

cat-stevens

cat-stevens

Cat Stevens war mit ein Grund (neben Joni Mitchell), warum ich mir im zarten Alter von 13 Jahren eine Gitarre von meinem Ersparten kaufte, um all die bezaubernden Songs nachzuspielen. Vom ersten selbstverdienten Geld – Sonntags gings mit einem Kumpel in die Stadt um die Bild an Autofahrer zu verkaufen.  Und nach ein paar Jahren hatte ich etwas zusammen gespart, um meinen Traum wahr werden zu lassen.

Ein Glück sind einige Lieder von Mona Bona Jakon wirklich einfach in der Accordfolge, oder recht einfach mitzusingen…aber das wars dann auch schon. Denn als „Nachwuchsmusiker“ verfügt man eher selten über solch eine grandiose Gitarren Unterstützung wie Meister Stevens, der nicht nur hier von Alun Davies auf kongeniale Weise befüttert wird…

Wie Cat (Steven Demetre Georgiou) hier Geschichten in Klangwelten verpackt ist ganz einfach einzigartig, nicht nur für die damalige Zeit, wo er übrigens mindestens ein Superstar war, was unter anderem an diesem Album aus dem Jahr 1970 liegt.

Jennifer Warnes – Tag 50

The Hunter

Jennifer-Warnes

Jennifer-Warnes

Viel bekannter als „the hunter“ sind leider ihre Duette mit Bill Medley „(I had) the time of your life“ – DEM Hit aus „dirty dancing“ oder mit Joe Cocker („up where we belong). Und das könnte das geneigte Ohr leicht in die Irre führen in Richtung Pop-Diva –  doch Jennifer Warnes ist viel mehr – als Solisten glänzt auf „the hunter“ ihre großartige Musikalität – ob in eigenen Songs (way down deep) oder bei Cover Version  „whole of the moon“ von den Waterboys.

Dazu hat die CD audiophile Qualitäten, sprich eine beglückendes Klanggerüst und Transparenz. Deshalb unbedingt beim nächsten Boxenkauf Jennifer Warnes einpacken, Anlage aufdrehen und sich dem wunderbaren Raumklang hingeben. Die Songs tun dann natürlich ihr Übriges und werden den Plattenteller so schnell nicht wieder verlassen.