Schöne Zeit mit Aussicht Teil 2

Wach & Aufmerksam

Dieser Blogbeitrag ist nun Teil 3 der Trilogie und bezieht sich auf „Schöne Zeit mit Aussicht auf Goodbye

Drei Wochen und 5 Tage sind nun vergangen, seitdem ich das Sterbe-Fasten begonnen habe. Die Diagnose (siehe Blogpost: „Schöne Zeit mit Aussicht“) lies im Prinzip bei genauerem Hinsehen gar keine andere Möglichkeit zu. Künstliche Ernährung oder eine Magensonde sind in meiner Lage einfach komplett überflüssig und sogar schädlich. Weiterhin trinke ich nur mäßig und esse seither gar nichts. Natürlich habe ich viele Kilos abgenommen, aber das schadet meiner Aufmerksamkeit und Wachheit nicht. Darüber sind wir alle mehr als erstaunt.

atelier | stanko & sabrina merlin & isi

atelier | stanko & sabrina merlin & isi

Nun sind meine tollen Kinder wieder in ihrer jeweiligen Heimat und es beginnen meine letzten Tage Zuhause mit Sabrina.

Das Loslassen hat begonnen.

Fühle mich gerüstet und bereit die Schwelle zu nehmen und freue mich darauf (im Hintergrund erschallt „Paradise).

Diese letzten Wochen im erfüllenden Miteinander waren nochmal ein wundervoller Segen für mich und ich glaube für uns alle. Viel Lachen, Freude, auch Trauer und Tränen aber insgesamt eine wirklich wundersinnig schöne Zeit und ich habe das gute Gefühl den Schritt ins Unbekannte wagen zu dürfen. Nicht nur, daß wir wunderschöne Gespräche hatten, es blieb mir sogar noch einiges an Kraft für die Arbeit im Atelier und es sind „berauschende“ Werke entstanden. Das eine oder andere Werk wird wohl unvollendet bleiben, aber für all die anderen bin ich mehr als dankbar.

stanko & melia

stanko & melia

Jetzt gilt es nur noch die losen Enden zu verknüpfen und dann tatsächlich goodby zu sagen. Das war ein phantastischer Ritt über die 60 Jahre hindurch.

Kann mich noch gut erinnern an die intensive Beschäftigung mit Gevatter Tod zu Studienzeiten im Kunstseminar Metzingen, als wir im Rahmen des 2. Semesters die „Apologie des Sokrates“ diskutierten und regelrecht durchspielten in Form eines Puppenspiels. Das, natürlich so üblich in anthroposophisch beeinflußten Institutuionen, zur erfolgreichen Aufführung kam.

Es ist nun alles gesagt und mir bleibt nur noch zu wünschen, bleibt mir gewogen und behaltet mich in guter Erinnerung – ich gehe dann schon mal vor – wir sehen uns…

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25 Kommentare
  1. Heiner Schomburg sagte:

    Lieber Stanko,
    so ist es nun! So würde ich es auch machen! Genauso!
    Deine Entscheidung, dein Schicksal, dein Weg berührt mich zutiefst, macht mich traurig und öffnet mein Herz. Die Zeit bleibt stehen. Gut so, richtig so, wunderbar. Ich genieße es… Danke dafür! Aus tiefsten Herzen danke, das du mich aus der Ferne eine bißchen teilhaben lässt…

    Ich bin 61 und beschäftige mich schon länger mit dem Thema Sterbefasten. Das wäre auch mein Weg, offen durchs Tor zu gehen. Mit dem Tod beschäftige ich mich sowieso schon länger, weil ich seit 13 Jahren alternativer Bestatter in Bremen bin. Wenn Du dazu Fragen hast, melde Dich gerne. Ich denke, du wirst durch Sabrina gut versorgt sein :)
    Mögen die Götter mit dir sein..
    Heiner

    Antworten
    • stanko sagte:

      Lieber Heiner – wir schön von Dir zu lesen und daß Du Dich ebenso mit diesem wichtigen Thema beschäftigst – wir, die wir das tun müßen unbedingt mehr werden.
      Ich geh dann schon mal voraus :-)

      Antworten
  2. Nicole sagte:

    Lieber Stanko,
    vielen Dank für deine Texte, deine Offenheit und deinen Mut!
    Ich bin tief berührt und beeindruckt von deinem Weg.

    Alles Liebe für euch,
    Nicole
    & nun noch die schönen Worte von Rilke

    Einmal, am Rande des Hains,
    stehn wir einsam beisammen
    und sind festlich, wie Flammen –
    fühlen: Alles ist Eins.

    Halten uns fest umfaßt;
    werden im lauschenden Lande
    durch die weichen Gewande
    wachsen wie Ast an Ast.

    Wiegt ein erwachender Hauch
    die Dolden des Oleanders:
    sieh, wir sind nicht mehr anders,
    und wir wiegen uns auch.

    Meine Seele spürt,
    daß wir am Tore tasten.
    Und sie fragt dich im Rasten:
    Hast Du mich hergeführt?

    Und du lächelst darauf
    so herrlich und heiter
    und: bald wandern wir weiter:
    Tore gehn auf.

    Und wir sind nicht mehr zag,
    unser Weg wird kein Weh sein,
    wird eine lange Allee sein
    aus dem vergangenen Tag.

    Rainer Maria Rilke

    Antworten
  3. Sabine sagte:

    Lieber Stanko,
    Seit ich Sabrinas newsletter und deinen blog gelesen habe, ist es mir ein tiefes Bedürfnis dir zu schreiben. Danke für deine Offenheit und Bereitschaft, uns an deinem, diesem so intimen Sterbeprozess teilhaben zu lassen. Du ermöglichst es mir, mich mit dir in diesen Stunden des Übergangs verbunden zu fühlen. Durch dich kann auch ich die Schwelle spüren und ich kann wie du das Verweilen hier wach und staunend geniessen. Was für ein Geschenk, an dieser Schwelle nicht alleine zu stehen, sondern sich in der universellen Verbundenheit aufgehoben zu wissen.
    Danke für diese Erfahrung und bis bald auf der anderen Seite!
    Sabine

    Antworten
  4. Sabine sagte:

    Lieber Stanko,

    ich bin so berührt von Ihren Worten, Ihren Gedanken und begleite Ihre Bilder seit Jahren und bin sehr berührt von ihnen, weil sie eine solche Strahlkraft haben.

    Für Ihr herzensoffenes, mutiges Vorangehen wünsche ich Ihnen alle Kraft, eine wunderbare Energie … Sie haben meine volle Bewunderung!

    Niemals geht man so ganz….

    VON HERZEN ein sehr sehr liebevoller Gruß,

    Sabine

    Antworten
    • stanko sagte:

      Liebe Sabine – 1000 Dank für Deine Worte hier und das schöne Telefonat. Fühle mich geehrt und nehme die Kraft der Worte gerne mit auf die nächsten Schritte hin zur Schwelle.

      Ich hoffe die Zusammestellung der Bilder paßt soweit und es würde mich sehr freuen, wenn eines davon noch den Weg zu Dir finden würde.
      Alles Liebe Stanko

      Antworten
  5. Claudia sagte:

    Lieber Stanko, von Herzen Danke, für deine berührenden Worte, zwischen Bewunderung und Trauer, bin sehr ich hin und her gerissen… alle Bücher, die ich bisher über das Thema Tod /Sterbehilfe, auch anthroposophische Bücher, gelesen haben, haben mich nicht annähernd so beeindruckt. Herzlichen Dank für deine Offenheit, über das Thema Sterbefasten hier zu sprechen. 1000 Dank, du hast mir so viel damit gegeben. Ich wünsche dir einen wunderschönen Übergang, dorthin woher wir alle kommen. Liebe Grüße Claudia

    Antworten
    • stanko sagte:

      Liebe Claudia – hab Dank für Deine Zeilen, die ich gerne mitnehme auf meinem Weg über die Schwelle. Und danke für die stille Freude, die Du mir machst, weil meine Zeilen inspirierend für Dich sind. Alles Liebe Stanko

      Antworten
  6. Grit Stephan sagte:

    Lieber Stanko,
    es ist ein großes Geschenk für mich, dass Sie sich so sichtbar machen und ich Sie auf Ihrem Weg des Sterbens begleiten darf, Ihnen in der Ferne doch ganz nah sein darf. 1000Dank dafür. Auch an Sabrina Fox, über deren Podcast ich zu Ihnen gefunden habe. Sterben ist seit meiner Kindheit ein wichtiges Thema für mich. Allerdings eher mit Traurigkeit und Angst verbunden. Das verstärkte sich dann noch mit der Geburt meiner Kinder. Und es ändert sich langsam mit dem eigenen Älterwerden (ich werde in den nächsten Tagen 60) und der Begegnung mit dem Tod im Sterben meines Vaters. Jetzt eröffnen Sie -beide- mir eine neue, sanfte Sterbeweise. So verbunden mit dem Leben, so im Einklang mit dem was ist und kommen wird. Und so frei von Angst. Ihre Erfahrungen mit dem Sterbefasten und all das, was auch Sabrina Fox in ihrem Podcast darüber berichtet – ich werde es weitertragen. Weil ich glaube, dass es, so wie mir, der Einen und dem Anderen eine Tür öffnen kann für den eigenen Weg des Sterbens. Ich wünsche Ihnen von Herzen eine gute Reise.
    Grit

    Antworten
    • stanko sagte:

      Danke vielmals liebe Grit – es freut mich, wenn meine Geschichte inspiriert und zum weiteren Nachdenken anregt. Manchmal tun sich Wege erst auf, wenn wir sie gehen und erweisen sich dann auch noch mehr als stimmig.
      Alles Liebe Stanko

      Antworten
  7. Heiner Schomburg sagte:

    Lieber Stanko,
    ich denke viel an Dich und deinen Weg…
    Diesen Film wollte ich Dir noch nennen, vielleicht hast du noch Muße ihn zu schauen:
    „Das Ende ist mein Anfang“ mit Bruno Ganz. Es ist eine reale Geschichte von Tizano Terzani. Es geht um die letzten Tage vorm Sterben…
    Ach und wenn ich gerade dabei bin:
    „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“. Ein rührender japanischer Film über das zeremonielle Herrichten von Verstorbenen.
    Beide Filme haben mich sehr berrührt und zu meiner jetzigen Arbeit geführt.
    Namasté
    Heiner

    Antworten
  8. Sandra sagte:

    Liebe Seele Stanko, über den Podcast von Sabrina, den ich regelmäßig höre, bin ich bei eurem gemeinsamen Sein, dem aktiven Abschied nehmen und hier bei deinen Worten gelandet. Diese liebevolle Demut vor dem Leben, Widerstandslosigkeit und Annahme berühren mich im Herzen. „Nichts soll verschwendet werden, auch nicht das eigene Leben“, habe ich kürzlich gelesen. Wie ihr es bis zum letzten Tropfen auskostet, ist eine Ehrerbietung an das Göttliche.

    Antworten
  9. Sabine Gast sagte:

    Lieber Stanko, liebe Sabrina
    vielen Dank für das Teilen dieser besonderen Erfahrung.
    Lieber Stanko, wir wünschen dir eine sanfte Reise und ein gutes Ankommen.
    In unseren Herzen hast du einen Platz
    Sabine, Franziska und Florian

    Antworten
  10. Karin sagte:

    Lieber Stanko,
    ich danke dir sehr dafür, dass du dein Abschiednehmen mit uns teilst. Sollte es in meinem Leben einmal so weit sein, hoffe ich, auch auf diese Weise aus dieser Dimension unseres Seins hinübergehen zu können. Danke für dein Beispiel und einen friedvollen Übergang.

    Antworten
  11. Ralf Henningsen sagte:

    Lieber Stanko, liebe Sabrina,

    Über Sabrinas Newsletter bin ich zu gekommen. Mich hat der letzte Newsletter von ihr über euch, deine Erkrankung und vor allem dein, euer Umgang damit sehr berührt und ich schwinge ganz sehr mit. Sterbefasten kannte ich bislang nicht und dies fühlt sich sehr stimmig an.

    Ich wünsche dir von Herzen ein friedvolles durchschreiten des Tores und gutes Ankommen in unser aller Ursprung. Sabrina und den Kindern Kraft für die Tage, die Zeit danach. ..und du lebst durch deine Bilder hier in dieser Welt weiter.

    Namasté 🙏

    Ralf 🐬🐬

    Antworten
  12. Liesa sagte:

    Lieber Stanko, ich lese von Dir (über deine Liebe Sabrina) und möchte dir sagen: besser geht’s nicht. Ich wünsche Dir, dass es gelingen möge, möglichst klar hinüberzugehen. Beneidenswert, wie du getragen wirst. Alles Liebe. Liesa

    Antworten
  13. Dirk Bohnenstädt sagte:

    Lieber Stanko,

    ich wünsche Dir eine gute Reise und von Liebe begleitet einen guten Heimgang in ein Reich, das wir alle kennen, woher wir kommen und immer wieder gehen. Es gibt ein Wiedersehen, wenn auch wir unsere Aufgaben hier vollendet haben

    Antworten
  14. Eva sagte:

    Lieber Stanko,
    leider bin ich erst so spät auf ihre Seite gestoßen. Es wird nun bald soweit sein, daher bleibt mir nichts weiter übrig, als Ihnen ein sanftes hinübergehen in die andere Welt und eine gute Reise zu wünschen. Selbst im sterben haben Sie andere bereichert, indem Sie Ängste genommen und Mut gemacht haben. Es tut mir
    für Ihre Lieben sehr leid, dass sie einen so wunderbaren Menschen nun (voraus)gehen lassen müssen. Gott schützen Sie!

    Antworten

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