Lunatico

Gotan Project

Gotan Project

Das Lunatico auch in Buenos Aires aufgenommen wurde, ist naheliegend aber nicht zwingend, denn ob Paris, London oder Lissabon – überall wird heute “Weltmusik” aufgenommen, remixed und produziert. Und so paßt das Gotan Projekt ganz selbstverständlich auch auf die Buddha Bar Reihe (Buddha Bar 3). Gerade mal 7 Jahre her hat Lunatico die Größe um ein Klassiker, zumindest im Tango Genre zu werden. Unser Tanzstudio spielt die meiste Zeit während den Tangostunden leider nur das ganz, ganz alte Zeugs und da ist es nicht immer leicht überhaupt den Takt heraus zu hören, geschweige den Tango taktvoll zu tanzen. Aber wie leicht ist es dann wieder mit dieser Musik einfach nur zu gehen, wenn die Figuren noch nicht im Körper angekommen sind. Wem das Bandoneon aber auf den Zeiger geht, der sollte lieber die Finger vom Gotan Project lassen…

GOTAN PROJECT – Diferente from Ya Basta records on Vimeo.

Hinhören…

zucchero-havanna

zucchero-havanna

…auch wenn italienisch nicht wirklich meine Sprache ist, so gelingt es dennoch nach dem hundertsten Mal das Mitsingen – denn einprägsam und ganz eigen dicht verwoben sind seine Lieder allemal. Und wer schafft es noch in dieser unnachahmlichen Weise Blues, Rock, Klassik und allerlei Rhythmen zu vereinen? Zucchero – All the Best (2 Alben) dürfte dann wohl ein gutes Einstiegsalbum sein für all diejenigen, die nicht allein “Senza una donna” lieben – und mal ehrlich – das Radio hat den Song leider tot gedudelt :-(

Aber bei dem Fundus, den auch dieses Album bietet, braucht man diesen Song nicht wirklich. Und so ist meine individuelle Best-Of-CD natürlich ohne bestückt. Auch wenn Paul Young ein toller Sänger ist und dieser Song bestimmt auch Zuccheros Weg in den englischsprachigen Raum geebnet hat, so gibt es unzählige Songs, die mich tiefer und nachhaltiger berühren, wie “Ahum” oder “Il Volo”. Hier ein kurzer Live Eindruck…

Simplified

simply-red

simply-red

Der Name ist Programm, den Mick Hucknall alias Simply Red erfindet sich hier neu, oder zumindest eine “Best-Off” Auswahl seiner Songs aus 25 Jahren Musikgeschichte, die er mitgeschrieben hat. “Holding back the tears” in einem Bossa Nova Style – wie genial und simpel zugleich. Auch hier zeigt sich, daß ein Song getragen wird von seiner inneren Kraft, die sich nicht auf Noten beschränken läßt, sondern immer ein Vielfaches davon ist. Als sich im Jahr 1985 das erste Album der vormaligen New Waver Simply Red auf jedem Plattenteller drehte, konnte niemand ahnen, wie groß das einmal werden würde. Auch wenn es die Band als solche nicht mehr gibt, die Songs bleiben und drehen sich weiter. So wie in dieser “Simplified” Neuaufnahme aus dem Jahr 2005.

Bebel Gilberto

Bebel Gilberto – Photo by Janaina Tschäpe

Vielleicht ist das Gegenbild oder einfach ein echter Gegensatz verbindend – draußen ist wirklich kalt und diese sanft dahin gleitende Musik, basierend auf brasilianische Wurzeln verzaubert den Raum. Ein gewisses Fernweh ergreift mich immer, wenn Bebel Gilberto (2006)  ihre Rhythmen und Klänge verströmt. So ganz genau weiß ich es nicht, aber ich glaube das erste Album kam vor Jahren über eine Grabbelkiste zu mir, als ich noch fürs Radio tätig war.

“Simplesmente” und “Aganjú” haben es mir von Anfang gleich angetan und der Zauber von Bebels Gesang und Musik wurde seither mal um mal stärker. Zum Glück ist es viele Monate hier doch kalt, so daß es immer einen Anlaß für Bebels Musik gibt, denn auch ihr Album “Momento (2007)” ist nicht weniger begklückend

Das Video zu Aganjú ist bildtechnisch eher mies, dafür ist die Musik…tja, Lautsprecher aufdrehen, zuhören und tanzen…

Eigentlich Melanie Fiona Hallim – Auch wenn sie eher aus einer kälteren Region (Kanada) stammt, ist ihre Musik doch mehr sonnig als wolkig. Was vielleicht an der Herkunft Ihrer Eltern (British Guayana) liegen mag. Auf jeden Fall eine Menge gute Laune Sound, den sie auf “The Bridge” verbreitet.

“You stop my heart” dürfte aber weiterhin mein Favorit sein…weil auch hier diese soulige und warme Stimme überzeugt, das Ohr einfängt und gleich zum Mitsingen einlädt. Irgendjemand hat irgendwo geschrieben, da stecke doch sehr viel Retro drin, na ja, in der Musik eben. Und? Was soll man dazu sagen? Die wenigsten erfinden die Musik neu und manchmal ist ein guter Song eben ein guter Song – egal aus welchem Jahr…oder?

“Give it to me right” im Live Video

Xaviers unzählige Alben – meine persönliche Auswahl

xavier-naidoo

xavier-naidoo

Obwohl Danke für’s Zuhören – Liedersammlung 1998 – 2012 eine gelungene Sammlung ist oder “Alles kann besser werden“, gibt es für mich kein Album, daß ich gerne in der Gänze durchhöre, also habe ich mir mein eigenes zusammen gestellt. (Wie ich das seit über 30 Jahren gerne tue – früher waren es dann Kasseten, manche kennen die noch :-) ) Ob das jetzt ein wirklich Musiktipp ist oder nicht bleibt dahin gestellt. Dennoch hat dieser außergewöhnliche Musiker viele viele stimmige Musikstücke aufgenommen, die bleiben und mich begleiten. Wie außerordenlich diese Stimme mit Poesie angereichert (Rilke) das Herz berührt, zeigt mir immer wieder “Du sanftestes Gesetz (Rilke Projekt 3 – Überfliessende Himmel)”.  Eine der besten Aufnahmen aus dem gesamten Rilke Zyklus, in dem Sänger integriert wurden.

Meine persönliche Blue-Xavier Auswahl sieht so aus:

  1. Ich kenne nichts (daß so schön ist wie Du)
  2. Abschied nehmen
  3. Sie sieht mich nicht
  4. Halte durch
  5. Alles kann besser werden
  6. Zurück zu Dir
  7. Du sanftestes Gesetz
  8. Wo willst Du hin (LIVE mit Vollenweider)
  9. Vielleicht
  10. Wenn Du schläfst
  11. Shine like a star
  12. Wild vor Wut ???
  13. Sie kommt zurück
  14. Bitte hör nicht auf zu träumen
  15. Was hab ich falsch gemacht
  16. Ich kann nicht weinen
  17. Lied, Du (nur Du) mit Ben Becker (Rilke Projekt 1 – Bis an alle Sterne)

O ( Debutalbum aus 2002)

damien rice

damien rice

Kann man Damien immer hören? Vielleicht…ja, doch, die meiste Zeit – allerdings eher allein als in Gesellschaft. Dann am besten richtig laut – im Atelier während neue Farbfelder wachsen?

Denn mir scheint, daß Damien ein ähnliches Vorgehen im Singen oder Komponieren oder Beidem hat, wie wenn Schicht um Schicht durch Verdichtung simple Intensitäten wachsen. Zunächst nicht wirklich sichtbar, aber nach dem mehrmaligen Hören / Schichten öffnen sich die Dichtungs-Ebenen und glänzen in all ihrer Pracht…

Ach ja, die Stimme (im Video) im Hintergrund dürfte vielen inzwischen recht bekannt sein, Lisa Hannigan beehrt dieses wundervoll eingespielte Album, wie hier im Video zu The Blower´s Daughter so eindringlich zu hören.

The night visitor

Anna Ternheim

Anna Ternheim

Das Album “the night visitor” ganz zufällig in die Hände bzw. auf die Ohren bekommen und sofort von der Stimme fasziniert gewesen. Anna Ternheim, wo auch immer ihre Musik angesiedelt sein mag, beglückt vor allem zu stillen Stunden das lauschende Ohr.

Daß diese Sängerin aus Schweden kommt läßt sich nicht wirklich erahnen, obwohl bei manchen Songs ein wenig nordische Schwermut durchschimmert, wie bei “What Remains” und dabei an Sofie Zelmanie erinnert.  So klingt sie doch manchmal nach etwas “country” auf dem Weg durch verschneite Winkel und Gassen… aber nach ein wenig Recherche war ich dann doch froh zu sehen, daß sie aus dem hohen Norden Europas ihre Hörer beglückt.

Contacting my angel

van-morrison

van-morrison

Selten so verzaubert und hingerissen gewesen von einem Musikstück wie von diesem einzigartigen klanglichen Liebesbeweis. “Contacting my angel” – das zweite Stück auf “Avalon Sunset” hebt einen direkt über alle Schwerkraft hinaus, hoch hinaus in eine Zwischenwelt, die bevölkert von einer Sehnsucht nach dem ausgewählt Anderen, der Anderen, die vielleicht schon mal gefunden oder noch nicht erwählt die Seele zum Bersten bringt, das Herz zum Singen anhält…

Auch wenn das Album bereits 24 Jahre alt ist, so wird es doch die Zeit überdauern als ein Meilenstein der Musik. Als ein Klang-Kunst-Werk von unausprechlicher Schönheit, die Arrangements füllen jeden Raum bis in den letzten Winkel und jedes Herz bis in alle Spitzen – falls ein Herz sowas überhaupt hat? Van Morrison – ein Songschreiber, Multi-Instrumentalist, Performer und nicht zuletzt musikalischer Poet ist aufgebrochen in Nord-Irland in den 60ern um seine Lieder zu singen. Lieder die heute keine Note weniger  bezaubern als im alten Jahrtausend. Was für eine großartige Zeitenwanderung – erzählerisch und musikalisch. Ob er auf diesem Album seine Liebe zu Gott, zum Leben oder zur Frau oder zum Menschen meint bleibt dahin gestellt. Die spirituelle Botschaft dringt tiefer als der mentale Verstand.

Sweet sweet, so sweet…

jehro-homepage

jehro-homepage

Jehro? Ja, Jehro! Noch nichts von diesem, in Frankreich wohlbekannten Multi-Kulti Sänger, dessen Stil nach Südsee, Latein-Amerika und dann doch irgendwie europäisch klingt gehört? Er wird wohl eher in seinem anvertrauten Heimatland gehört als im restlichen Europa, was seinem Werk aus dem Jahr 2005 “Jehro” aber überhaupt nicht gerecht wird. Die Leichtigkeit, das klingende Multispektrum seiner Songs funktioniert nicht nur zu sommerlichen Sonnenzeiten. Oder gar nur in Südfrankreich. Einmal gehört vergisst das Ohr diese Stimme nicht mehr.

Mein Favorit ist “sweet” – was durchaus das Potential eines Sommerhits hatte und zum Glück keiner geworden ist – somit unverbraucht und unverbrannt jedes Jahr, jeden Sommer oder zu jeder Zeit seinen immanenten Zauber verbreiten kann. Oder die unten im Video gezeigte Cover-Version von Stevie Wonder “Master Blaster” – zwei Gitarren, zwei Sänger und fertig ist der zeitlose groove…enjoy & listen