Inspiration als Quelle zur Farbfeldmalerei (colorfields)

Neben dem Forschen, Suchen und der stillen Arbeit an den Grenzen der Seele, im Hineintauchen in die Stille des Klangs gelangt das farbige Suchen an grenzenlose Ufer und weitet Farbflächen zu verdichteter Essenz…

einmal …

und ein andermal findet das nicht suchende Auge diese Kraft in der Natur. Wo doch die Malerei eine Disziplin des Lichts ist, so ist das  Sehen wie das Konservieren durch Photographie eine erweiterte „Licht-Disziplin“. Natürlich werden hierbei Unterschiede sichtbar, den das Aufnehmen eines sich ganz allmählich verdunkelnden Himmels und das Schichten und Verdichten einer Farbfläche unterscheiden sich nicht allein in der Geste. Wo das Erste als ein „Hinein-Nehmen“, Aufnehmen beschrieben werden kann, so ist die zweite Geste ein „Heraus-Geben“ und sichtbar machen.

Was wird sichtbar?

Lichtqualitäten? Seelische Welten? Assoziationen oder die zur Substanz gewordene Lichterfahrung? Farbe an sich mit seiner Materialqualität oder das, was das Licht durch Spiegelung, durch Rückstrahlung dem Auge anbietet? Und wie verhält es sich dann mit all den inneren Farben, die wir sehen (als Nachbild zum Beispiel – oder im Traum) und die uns tief berühren?
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Wär nicht das Auge sonnenhaft, Die Sonne könnt es nie erblicken; Läg nicht in uns des Gottes eigne Kraft, Wie könnt uns Göttliches entzücken?
[/pullquote] J.W.Goethe

Wie gelingt der schöpferische Prozeß?

Im Gestalten des Unbekannten, des noch nicht „Da-Gewesenen“ begegnet mir im schöpferischen Prozeß ein Auflackern tiefer dunkler Seelen-Elemente, die immer wieder ein Voranschreiten verhindern. Doch woher kommen diese „Wenns“ und „Abers“? Was hindert den schöpferischen Geist, die kreative Seele am Gestalten des Unbekannten?

Freiheit aushalten

Freiheit aushalten – „Berge“ in Hohenaschau

Sind es Erfahrungen? Zementierte Vorurteile, eingeprägt in die noch junge Seele zu früheren Zeiten, als sie es liebte zu spielen, um des Spielens willen? Und wer wurde da zum übergroßen Zensor, der nach Jahren immer noch wirksam ist? Im Voranschreiten und Erforschen neuer Grenzen, neuer Form- und Farbwelten flackern diese Fragen auf, durchdringen den forschenden Blick und die tätige Hand, so daß im Erstaunen darüber manchmal der nächste Schritt oder noch schlimmer, der nächste Sprung nicht gelingen mag.

Durchaus bewandert in diesem Phänomen, können wir lernen über diese Grenzen hinaus zu gehen, Neuland zu betreten, um manchmal festzustellen, das es Brachland ist, oder eben doch eine neue, blühende Ebene voll unbekannter Wesen und Farben. Dieses Hineintauchen ins Unbekannte bildet das Bild genauso wie die schöpferische Seele um und hinterläßt manchmal eine Wunde, ähnlich der Wunde, die ein gebrochenes Herz  hinterläßt, nur essentieller, da aus Freiheit geboren…

Was hat das nun mit Angst zu tun?

Wie in allen unerprobten, ungewissen Schritten schrecken wir zurück vor dem Unbekannten, vor dem, das uns auf Grund seiner „Unvorhersehbarkeit“ Angst macht, doch wenn wir genauer hinschauen, bemerken wir, daß es immer nur die Schatten einer Ahnung sind, die das Erschrecken auslösen. Denn wissen kann ich es nicht, ob und wie die Zukunft aussehen wird, wenn ich den nächsten unbekannten Schritt wage. Was bedeutet hierbei „Angst“? Zum Schmerz geronnene Erfahrung oder eher die Vermeidung von Entwicklung ins Unbekannte hinein? Was läßt mich angstfrei atmen und leben und was hindert meinen Nächsten ohne Angst zu sein?

Die Stille („hörst Du Geliebte“)

Kirschblüten

Hörst du Geliebte, ich hebe die Hände
hörst du es rauscht
Welche Gebärde der Einsamen fände
sich nicht von vielen Dingen belauscht?
Hörst du, Geliebte, ich schließe die Lider
und auch das ist Geräusch bis zu dir.
Hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder
aber warum bist du nicht hier.
Der Abdruck meiner kleinsten Bewegung
bleibt in der seidenen Stille sichtbar;
unvernichtbar drückt die geringste Erregung
in den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.
Auf meinen Atemzügen heben und senken
die Sterne sich.
Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,
und ich erkenne die Handgelenke
entfernter Engel.
Nur die ich denke: Dich
seh ich nicht.

Rainer Maria Rilke –  Das Buch der Bilder


Buddha Feet

Buddha Feet Foto by Sanne

„…jene Momente, in denen sich uns durch die Kraft eines Rituals, das wir mit um so größerem Vergnügen weiterführen werden, da wir gegen es verstoßen haben, die Verkettung unserer Existenz enthüllt, sind die magischen Einschübe, die das Herz an den Rand der Seele bringen, denn kurz, aber intensiv, ist plötzlich ein bischen Ewigkeit gekommen, die Zeit zu befruchten…

(aus Muriel Barbery: die Eleganz des Igels)

Liegt nun die Kraft im Ritual oder in der Abweichung davon? Was ist das besondere an den „Wiederholungen“, am „Immer-Gleichen“ und durchaus anders Neuen, das mich dorthin zieht? stanko-oval-kreuzVielleicht schafft die achtsame Art in der Durchführung und Teilnahme am Ritual den besonderen Raum, still vielleicht, dicht auf jeden Fall, um im gelebten Moment ein Stück von Ewigkeit zu kosten. Verbunden zu sein mit all denen, die vor uns und verbunden mit all denen die JETZT mit uns dieses Ritual erleben?

 

Weißt Du welche Weite in Dir wohnt?

Im Anblick einer Aufgabe erscheint der erste Schritt immer als der schwerste, doch mit der Verbindung in die Zukunft, die damit zur Gegenwart gerinnt tritt der Fuß in die Luft und trägt (Dank an Ingeborg für dieses Bild). Vielleicht sind all die Bilder, all die Gespräche, all die Begegnungen immer nur Vorbereitung. Eine Antwort auf  die Frage: welche „Vorbereitung“ oder worauf scheint mühseelig, da Zukunft wie Vergangenheit Konstruktionen des Geistes und somit vergänglich sind wie alles…

amora500x500Ganz eingetaucht in die Gegenwart gibt es immer nur den Moment und ohne Zweifel, ohne Willen und Wollen bleibt nur der immerwährende Atem der Veränderung und weil er immerwährend durchdringt er das Sein und IST.

Aber das Herz schlägt, dringt in den Klang, durchdringt die Weite und bringt den Funken des Lebens ständig zum Glühen, so kann er Mitte sein, Triebfeder und Impulsgeber für das EINE, für das Lebensprinzip, für das Bewegungselement an sich. Es ist die Kraft, die Herzen verbindet, Bindungen in die Ewigkeit schafft und zu neuem Leben verhilft. Transformation des Herzens ist die Kraft die Leben schafft, die uns verbindet – einmal und für immer…

 

Gemeinschaft entsteht - stanko 2011

Gemeinschaft entsteht – stanko 2011

Wie entsteht Gemeinschaft? Wie ein wirkendes Wir-Feld?

Der Versuch gegenseitiger Wahrnehmung – mal mit Worten, mal ohne durchströmt den wachen Geist, die achtsame Seele und den stillen Körper und ermöglicht ein Eintauchen in dieses sich öffnende Wir-Feld. Ein Feld, daß keine Wertung, keine Ausgrenzung kennt. Ein wacher Impuls für das stille Sein – ein pulsierendes Kreisen, innen wie außen spannt den Bogen, formt den Ring und schafft Verbundenheit. Oder auch nur die Potenz von Verbinden, Knüpfen, Ver-und Entflechten.

Stille, Achtsamkeit und gegenwärtige Wahrnehmung bleibt als Essenz, ist da und wächst, indem sie sich verströmt. Wird dadurch nicht weniger, nur essentieller, tiefer und weiter (nicht räumlich), berührt uns und aktiviert den Schmerzkörper. Es gibt darin nichts zu tun, nichts zu wollen und nichts zu wissen.

Es braucht immer auch den Raum, den Anlaß, die Bereitschaft zu teilen, aufzunehmen und den anderen so zu nehmen wie er ist, die andere so sein zu lassen, wie sie ist. Ein Prozeß, schwer zu beschreiben aber zutiefst befriedend und heilsam.

Mein Herzens-Dank dafür an die „Wahlverwandschaften“

Feierliche Abendmusik / Adagio

Dagmar Manzel / Knabenchor Hannover (Hesse Projekt von Schönherz & Fleer)

Feierliche Abendmusik - Adagio

Traum gibt, was Tag verschloß;
Nachts, wenn der Wille erliegt,
Streben befreite Kräfte empor,
Göttlicher Ahnung folgend.
Wald rauscht und Strom, und durch der regen Seele
Nachtblauen Himmel Wetterleuchten weht.

In mir und außer mir
Ist ungeschieden, Welt und ich ist eins.
Wolke weht durch mein Herz,
Wald träumt meinen Traum,
Haus und Birnbaum erzählt mir
Die vergessene Sage gemeinsamer Kindheit.
Ströme hallen und Schluchten schatten in mir,
Mond ist und bleicher Stern mein vertrauter
Gespiele.

Aber die milde Nacht,
Die sich über mich mit sanftem Gewölke neigt,
Hat meiner Mutter Gesicht,
Küßt mich lächelnd in unerschöpflicher Liebe,
Schüttelt träumerisch wie in alter Zeit
Ihr geliebtes Haupt, und ihr Haar
Wallt durch die Welt, und es zittern
Blaß aufzuckend darin die tausend Sterne.

TEXT: Hermann Hesse

Folge Deinem Herzen und Du verirrst Dich nie

oder wie es August Rodin so fein formulierte:

„Aber, da ich es versuche, meine Aufgabe zu überschauen, wird mir klar, daß ich Ihnen nicht von Menschen zu reden habe, sondern von Dingen. DINGE. Indem ich das ausspreche (hören Sie?), entsteht eine Stille; die Stille, die um die Dinge ist. Alle Bewegung legt sich, wird Kontur, und aus vergangener und künftiger Zeit schließt sich ein Dauerndes: der Raum, die große Beruhigung der zu nichts gedrängten Dinge.“

QUELLE:Rilke Gesellschaft auf facebook

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„Ich glaube, daß eines absolut notwendig ist – und das ist Leidenschaft ohne Motiv, eine Leidenschaft die nicht das Ergebnis irgendeiner Bindung oder Neigung ist, eine Leidenschaft, die nicht Lust ist. Ein Mensch, der nicht weiß, was Leidenschaft ist, wird nie um die Liebe wissen, weil die Liebe sich nur bei völliger Selbstlosigkeit entfalten kann.“

„Ein Mensch, der auf der Suche ist, hat keine Leidenschaft. Der Liebe zu begegnen, ohne sie zu suchen, ist der einzige Weg, sie zu finden; man muß ihr unbeabsichtigt begegnen und nicht durch Anstrengung oder Erfahrung. Sie werden entdecken, daß eine solche Liebe zeitlos ist. Solche Liebe ist sowohl persönlich als auch unpersönlich, Sie gehört dem einen wie den vielen. Sie ist wie eine duftende Blume; Sie können ihren Duft wahrnehmen oder an ihr vorübergehen. Diese Blume ist für jeden da und besonders für den einen, der sich die Zeit nimmt, ihren Duft innig einzuatmen und sie mit Entzücken anzuschauen…“

Krishnamurti in EINBRUCH IN DIE FREIHEIT )( Aquaramarin Verlag )(

„Ich ließ meinen Engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den Armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das Erbarmen,
und er eine zitternde Bitte bloß.

Da hab ich ihm seine Himmel gegeben,
und er ließ mir das Nahe,
daraus er entschwand
er lernte das Schweben,
ich lernte das Leben,
und wir haben langsam einander erkannt

Engellieder

Engellieder

Seit mein Engel nicht mehr bewacht,
kann er frei seine Flügel entfalten
und die Stille der Sterne durchspalten,
denn er muss meiner einsamen Nacht
nicht mehr ängstlich Hände halten –
seit mich mein Engel nicht mehr bewacht.“

Rilke: Frühe Gedichte (Engellieder)